Fr 23. Oktober 2020 — 16:00

ARTIVE cooperation lab

Die KULTURBÄCKEREI zu Gast im KUZ // Ersatztermin folgt
KUZ
Talk
Abgesagt

Einlass

16:00

Beginn

17:00

Eintritt VVK

5 €
zzgl. Gebühren

Eintritt AK

5 €

Liebe Interessierte,
aufgrund der steigenden Coronazahlen in Mainz und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet haben wir uns gemeinsam mit der Kulturbäckerei entschieden, die Veranstaltung vorerst abzusagen. Wir arbeiten gerade daran, einen Ersatztermin im kommenden Jahr für die Veranstaltunsgreihe zu finden. Sobald wir einen Termin gefunden haben, teilen wir Euch diesen natürlich umgehend mit. Tickets können dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.

 

Die Veranstaltung findet corona-konform unter Einhaltung aller Sicherheits- und Hygienemaßnahmen im Rahmen der Corona Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz statt:
Alle Veranstaltungen finden mit reduzierter Zuschauer*innenzahl mit Bestuhlung statt, der Mindestabstand während der Veranstaltung ist somit gewährleistet. Es besteht die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung. Bitte nehmen Sie diesen erst und ausschließlich dann ab, wenn Sie auf Ihrem zugewiesenen Platz sind. Bitte halten Sie zu jeder Zeit 1,50m Abstand zu anderen Personen ein, waschen und desinfizieren Sie die Hände regelmäßig. Bitte bleiben Sie zuhause, wenn Sie sich krank fühlen! Bei Anzeichen von coronatypischen Symptomen, wird kein Einlass gewährt.

Alle Sicherheitsmaßnahmen können vorab hier nochmals ausführlich nachgelesen werden: Hygiene & Sicherheitshinweise

Zum Besuch der Veranstaltung müsst ihr eure personenbezogenen Daten zur Nachverfolgung hinterlassen (diese werden DSGVO konform nach 4 Wochen gelöscht). Gerne könnt ihr das Datenblatt bereits ausgefüllt mit zur Veranstaltung bringen. Andernfalls werden die Daten vor Ort abgefragt. Datenblatt hier downloaden.

ARTIVE cooperation lab- Die KULTURBÄCKEREI zu Gast im KUZ

Zwei Tage zum Thema Künstler*innenkollektive und kooperative Arbeits- und Lebensmodelle. Gemeinsam Kunst machen, gestalten, zusammen arbeiten, wohnen, leben. Ideen zum Kollektiv und zum kooperativen Handeln werden präsentiert und zur Diskussion gestellt. Zwei Künstler*innen Kollektive werden Einblicke in ihre Arbeitsweise geben und eine künstlerische Arbeit präsentieren. Zwei Referenten vertiefen das Thema in Vorträgen und Gesprächen. Die Veranstaltung findet in der großen Werkhalle und in der Studiobühne statt.


Freitag | 23.10.20 | 17:00 – 21:00 Uhr | Vorträge und Diskussionen
KUZ Werkhalle
17:00 – 17:45 Vortrag: Prof. Frank Adloff
17:45 – 18:00 Fragerunde Publikum
18:15 – 19:00 Vortrag: Dr. Jan-Christoph Marschelke
19:00 – 19:15 Fragerunde Publikum
19:30 – 21:00 Diskussion: Adloff|Marschelke|Deine Mudda|Anna Kpok

FRANK ADLOFF ist Professor für Soziologie im Fachbereich Sozialökonomie an der Universität Hamburg und Co-Leiter der dortigen Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit". Zuletzt ist von ihm erschienen: „Politik der Gabe. Für ein anderes Zusammenleben" (Hamburg: Edition Nautilus 2018).

VORTRAG: Konvivialismus 2.0: Zusammenleben in und nach der Krise

Nichts sei seit der Corona-Krise mehr so wie zuvor, meinen viele. Wie kann man sich in einer solchen Situation ein gerechteres Zusammenleben und einen anderen Umgang mit der Natur vorstellen? Gibt es noch Auswege aus den zeitgenössischen vielfältigen gesellschaftlichen und ökologischen Krisenkonstellationen, was steht zu befürchten und was kann man noch hoffen?
Diese Fragen sollen vor dem Hintergrund des zweiten konvivialistischen Manifests diskutiert werden, das von annähernd 300 Wissenschaftler/innen und Intellektuellen diskutiert und unterzeichnet wurde. In der gegenwärtigen Krisensituation ist nichts dringender gefragt als eine Vorstellung davon, wie eine Zeit nach dem Neoliberalismus aussehen kann. Der Konvivialismus stellt eine politische Philosophie dar, die konsequent relational und pluriversal angelegt ist, die das Zusammenleben der Menschen untereinander und das Verhältnis zur Natur auf neue, glaubwürdige und überzeugende Grundlagen stellen möchte.

JAN-CHRISTOPH MARSCHELKE ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an und Geschäftsführer der Forschungsstelle Kultur- und Kollektivwissenschaft an der Universität Regensburg. Er lehrt und forscht zu kultur- und sozialtheoretischen Perspektiven auf Kollektivität, Interkulturalität und Recht.

VORTRAG: Geniale Gruppen? Einige Überlegungen zu Künstlerkollektiven aus den Sozialwissenschaften

„Gemeinsam ist man stärker" heißt es, aber auch: „Zu viele Köche verderben den Brei". Die Frage, in welchem Verhältnis Individuum und Kollektiv stehen, ist eine Kernfrage der Sozialwissenschaften. Um die Dynamik gerade kleinerer Kollektive und die Frage, welchen Einfluss diese auf ihre Mitglieder ausüben, kümmerte sich lange Zeit gar eine eigene Subdisziplin, die Gruppensoziologie. Sind Gruppen besonders leistungsfähig oder nicht? Wieviel Inspiration und Stärkung kann der Einzelne aus dem Gruppendasein schöpfen, wieviel Konformitätszwang herrscht im Kleinkollektiv? Diese klassischen Fragen bekommen eine besondere Note, wenn es um Kunst geht. Denn große Teile der Kunstdiskurse werden nach wie vor beherrscht von der Idee und Norm des genialen Individuums.
Der Vortrag möchte einige aktuelle sozialwissenschaftliche Studien zu Künstlerkollektiven vorstellen, in denen zum einen die beiden Spannungsverhältnisse (Individuum vs. Kollektiv, geniales Individuum vs. geniale Gruppe) thematisiert werden, zum anderen aber auch Wege gesucht werden, Kollektivität neu zu denken.

DEINE MUDDA ist ein feministisches Theaterkollektiv. Sie sind schwarz, weiß, of color, ostdeutsch, mit und ohne eigene Migrationserfahrung. Sie sind queer, hetero, trans* und cis. Die Frauen des Kollektivs sind in verschiedensten Theater-/Performancebereichen ausgebildet und aktiv: Von physischem Theater und szenischem Schreiben über Zirkuskünste, Dramatherapie, Tanz und Schauspiel bis hin zu Kabarett, Masken- und Straßentheater.

ANNA KPOK
In ihren interaktiven Installationen, Inszenierungen und Theater-Games entwickelt die kollektive Kunstproduzentin Anna Kpok seit 2009 theatrale Entsprechungen ihres (digitalen) Zusammen-Lebens. Sie besteht aus sieben bis dreizehn Kpoks, die in wechselnden Konstellationen zusammenarbeiten. Bei Anna Kpok wird der Bühnenraum zum Spielraum und das Publikum zu Spieler*innen. Erst durch aktives und gemeinsames Handeln entsteht bei Anna Kpok Theater, entfaltet sich die Erzählung.